Beschreibung

 

Lissabon & Porto

Fachexkursion

 

Besichtigungen

Paula Rego Museum
Santa Marta Licht Haus

Expo Gelände Lissabon
Portugisischer Pavilion
Stadtpromenade Lissabon
Ozeanarium

Fanqueiros Aufzug
Praga Nova Do Castelo de Sao Jorge
Portas do Sol

UNESCO Welterbestätte Porto
Casa da Música
Clerigos Turm
São Bento Station
Porto's Kathedrale
Casa dos 24
Bar do Cálem
Teehaus

 

 

 

 

 

 

 

Exkursion

Enge, gewundene Gassen, historische Trambahnen, verfallener Charme, architektonisch bis ins Detail geplante Häuserensembles – Lissabon und Porto, die beiden portugiesischen Städte, rufen umgehend Bilder historisch wertvoller Altstädte hervor. Zwei Städte, so scheint der erste Eindruck, die nicht nur geographisch, sondern auch kulturell und architektonisch eher unbemerkt im Abseits liegen. Dass Portugal jedoch ein unterschätztes Architekturland ist, hat sich spätestens durch die Rolle Portos als Kulturhauptstadt Europas und die Weltausstellung in Lissabon in den 90er-Jahren gezeigt, die zu einem urbanen Umdenken geführt und den Fokus auf ein Architekturinteresse jenseits historischer Architektur verschoben hat.

Ästhetik und Genusskultur

Den Portugiesen wohnt dabei ein hohes Gefühl für kulturellen Anspruch, Ästhetik, Genuss – wie etwa durch die heute noch lebendige Kaffeehauskultur – und hochwertige Architektur inne. Eine Ästhetik, die sich ebenso in der Raumordnung und im Städtebau widerspiegelt. Barocke Kirchen, Art-Deco-Paläste und außergewöhnliche Museumsarchitektur – all das fügt sich hier zutiefst ineinander.

Der Kontrast von Alt und Neu

Lissabon und Porto, beide auf mehreren Hügeln erbaut, bieten durch das Spiel mit Licht, Landschaft und Architektur immer neue Perspektiven auf die jeweilige Stadt. Ihre Hanglage mit Terrassen als Baugrund hat in Lissabon und Porto, dessen Altstadt bereits 1996 zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt wurde, eine dichte Stadtmasse mit engen, fast labyrinthartigen Gassen entstehen lassen, in der sich zugleich eine experimentierfreudige, junge Künstlerszene findet. Denn obwohl beide Städte im Kern zwar historisch sind, sind sie doch alles andere als altmodisch. Neues fügt sich in ehemalige Baulücken, mal entsteht dabei eine Verschmelzung, eine Symbiose, dann wieder ein Kontrast, Gegensätze, die sich aneinander reiben.

Zwei Städte wandeln sich

Kunst, Kultur, Design, Architektur und Lifestyle sind damit zu den neuen Leitbildern des 21. Jahrhunderts geworden und die beiden Städte verlieren ihr altes Image als Stein gewordene Museen immer mehr.

Aus Porto stammen die bedeutendsten Architekten des Landes. So etwa Álvaro Siza Vieira, der mit seiner Architektursprache sensibel auf die Gegebenheiten von Landschaft, Stadtumgebung und traditioneller Baukultur eingeht, um sie in einer strengen, modernen Formensprache umzusetzen. Seine Gebäude scheinen sich dabei in ein Gleichgewicht unsichtbarer Kräfte einzuordnen, die der Landschaft entspringen. Dadurch erreicht er eine Haltung größtmöglichen Respekts der Natur gegenüber. Und auch sein Schüler, der Architekt Eduardo Souto de Moura, der etwa mit seinem Bau der Metrolinie und deren modernen Stationen zur Revitalisierung der Innenstadt Portos beigetragen hat, ist heute weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Mit dem Casa da Música findet sich ebenso ein Konzertgebäude des international renommieren niederländischen Baumeisters Rem Koolhaas in Porto.

Neues Wohnbewusstsein in den Altstädten

Inzwischen hat sich auch das Bewusstsein für den Flair eines Wohnens in historischer Bausubstanz, wie sie in den Altstädten Lissabons und Portos zu finden ist, grundlegend gewandelt. Fand zuvor eine konstante Erweiterung am Rand der Städte statt, so kehrt das Wohnen langsam in die Altstädte zurück, zusammen mit der Frage, wie Wohnen mit den heutigen Ansprüchen in einer historischen Altstadt aussehen kann.

39.873 ist zugleich die offiziell bestätigte Zahl leer stehender Flächen in Lissabon. Leere Grundstücke, nicht genutzte Plätze, vom Verfall bedrohte Häuser. Da die Stadt jeden Meter Platz gebrauchen kann, um nicht noch weiter in die Außenbereiche zu wachsen, ist die Verdichtung der Innenstädte heute zu einem der Hauptthemen von Lissabon und Porto geworden.

Umwandlung ungenutzter Flächen

Ob Restaurants in ehemaligen Kathedralen, alte Festungen, Klöster und Herrenhäuser, die zu stilvollen Hotels umgewandelt wurden – die Architekten und Stadtplaner in Portugal müssen kreativ mit der Entwicklung ihrer Städte umgehen, nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise. Denn die Krise hat viele Architekten arbeitslos werden lassen, die Staatskassen sind leer – und doch hat gerade dieser Umstand eine enorme Kreativität freigesetzt. So wird mit innovativen Konzepten, die mit geringen finanziellen Mitteln umsetzbar sind, unter dem Motto „Jetzt oder nie!“ weitergebaut. Damit ist die Stadtentwicklung Lissabons & Portos zu einem Beweis dafür geworden, dass auch in Krisenzeiten anspruchsvolle Architektur möglich ist.

Diese viertägige Fachexkursion setzt sich mit der Wechselbeziehung zwischen historischen Altstädten und moderner, innovativer Architektur, zwischen Leerstand und Verdichtung sowie zwischen Entwicklung und finanziellen Engpässen auseinander. Sie macht sichtbar, wie hochwertige, innovative Architektur in Zeiten von Krisen realisiert werden kann und auf welch kreative Weise, Brachflächen umgenutzt werden können.

Leerstand, Sanierung, Verdichtung und Krisen – all das sind Themen, denen wir in vielen Städten und Ländern begegnen. Doch Portugal sticht durch seine ungewöhnlichen Lösungsansätze heraus und vor allem macht die Experimentierfreude der portugiesischen Architekten eines: neugierig!

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